Becher fordert von Landesregierung verlässliche Planung und dafür flächendeckende Corona-Tests für die hessischen Schulen

Die Gießener Landtagsabgeordnete Frank-Tilo Becher (SPD) fordert von der Landesregierung eine verlässliche Planung für den weiteren Unterrichtsbetrieb an den hessischen Schulen. „An Gießener Schulen wird offen ausgesprochen, was landesweit beklagt wird.“ In einem offenen Brief an das Kultusministerium hatte zuerst das Kollegium des Landgraf-Ludwig-Gymnasiums die geplante Öffnung vor den Osterferien scharf kritisiert. Inzwischen liegen entsprechende Voten zahlreicher Schulleitungen vor und an der Sophie-Scholl Schule bilanziert der Geschäftsführer Patrik Mähling „Das Vertrauen ist erschüttert“.

Inzwischen hat die Landesregierung reagiert und der Ministerpräsident am Donnerstag mitgeteilt, dass es angesichts der aktuellen Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen vorerst keine Rückkehr zum Präsenzunterricht der Schulklassen 7 bis 11 geben werde.

Becher führt dazu aus: „Das ist die einzig richtige Entscheidung, auch wenn sich damit das kurzfristige Hin-und-Her der vergangenen Wochen und Monate fortsetzt. Aber angesichts der rasant steigenden Infektionszahlen kann es natürlich niemand vertreten, die Schulen noch vor Ostern in den höheren Jahrgängen für den Präsenzunterricht zu öffnen. Leider wiederholt sich damit aber auch die Erfahrung fehlender Planbarkeit und Verlässlichkeit. Genau deshalb ist das Vertrauen verloren gegangen und das besorgt mich am meisten“, bilanziert Becher die Maßnahmen der hessischen Landesregierung. Der Kultusminister müsse deshalb vor den Osterferien eine klare und verlässliche Aussage dazu treffen, wie es nach den Ferien weitergehen soll: Bleibt es bei dem Plan für Präsenzunterricht in den Grundschulen und Wechselunterricht für alle anderen? Oder sollen auch die Klassen 1 bis 4 im Wechselmodell unterrichtet werden?

„Gerade weil diese Pandemie so unglaublich viel Unsicherheit in unser Leben trägt, muss alles getan werden, was uns etwas mehr sicheren Boden unter die Füße bringt. Und da fordere ich zusammen mit der SPD-Landtagsfraktion, Schüler und Lehrer flächendeckend und regelmäßig auf Corona-Infektionen zu testen. Dass die Landesregierung in der aktuellen Lage an ihrem so genannten ‚Modellprojekt‘ festhält, bei dem das regelmäßige Testen erst einmal an 20 der über 1.800 hessischen Schulen ausprobiert werden soll, ist geradezu grotesk. Und auch das Test-Mobil, das der Kultusminister mit großem Tamtam vorgestellt hat, wird daran nichts ändern. Ohne engmaschige, flächendeckende Corona-Tests in den Schulen wird sich auf absehbare Zeit kein sinnvolles Unterrichtsgeschehen organisieren lassen. Hier erwarte ich Volldampf!“

Becher blickt zurück: „Was bleibt, sind viele vertane Chancen. Sowohl nach den letzten Herbstferien als auch Anfang März dieses Jahres hätte es die Gelegenheit gegeben, die Klassen 7 bis 11 im Wechselunterricht wieder näher an den normalen Unterrichtsbetrieb zu binden und die drohenden Lernlücken kleiner zu halten. Aber die Landesregierung war zu der Zeit für den Wechselunterricht, den wir seit Monaten fordern, nicht bereit. Das fortdauernde Fehlen von Präsenzunterricht gefährdet die Bildungschancen der älteren Schülerinnen und Schüler, die nun doch zur ‚Generation Corona‘ zu werden drohen. Weite Teile der Schülerschaft haben seit vier Monaten ihre Schule nicht mehr von innen gesehen. Das besorgt mich auch als jugendpolitischer Sprecher meiner Fraktion.“

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