Frank-Tilo Becher (SPD): Lockerungen für Kirchen und Heime sind eine Gratwanderung

Frank-Tilo Becher
Bild: Angelika Aschenbach

Der Fachsprecher in der SPD-Landtagsfraktion für Kirchen und Religionsgemeinschaften, Frank-Tilo Becher, begrüßt grundsätzlich die von der Landesregierung angekündigte Lockerung der Beschränkungen für den Besuch von Gottesdiensten und Altenheimen.

Becher sagte am Dienstag: „Nachdem es dem Einzelhandel gestattet wurde, die Läden unter bestimmten Auflagen wieder zu öffnen, war das strikte Verbot von Gottesdiensten und Kirchenbesuchen tatsächlich kaum noch darstellbar. Für die Gläubigen aller Konfessionen ist der Beschluss, die Restriktionen vorsichtig zu lockern, zweifellos eine gute Nachricht, auch wenn die fortbestehenden Sicherheitsmaßnahmen eine ganze Reihe von Ritualen nach wie vor unterbinden.“

Zugleich mahnte der SPD-Politiker die Verantwortlichen, die bundesweit vereinbarten Infektionsschutzmaßnahmen einzuhalten, auch wenn die hessische Landesregierung weitergehende Lockerungen beschlossen habe. „Es ist sicherlich richtig, dass beispielsweise die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau freiwillig auf den Gesang der Gemeinde verzichten will. Wesentlich ist, dass die Gemeinden und Religionsgemeinschaften sich die Zeit nehmen, die es braucht, um wirksame Schutzkonzepte für jeden einzelnen Veranstaltungsort aufzustellen“, so Becher.

Dass die Landesregierung in sehr eingeschränktem Umfang auch wieder Besuche von Angehörigen und engen Bezugspersonen in Alten- und Pflegeheimen zulassen wolle, nannte Frank-Tilo Becher „eine Gratwanderung“. Einerseits könne man den pflege- und betreuungsbedürftigen alten Menschen nicht dauerhaft die sozialen Kontakte verwehren, die nachweislich die psychische Gesundheit stärkten. Andererseits hätten die vergangenen Tage und Wochen gezeigt, dass Infektionsausbrüche in diesen Einrichtungen eine reale Gefahr für die Pflegebedürftigen und das Pflegepersonal seien. „Für den wichtigen Weg aus der Einsamkeit erwarten wir deshalb von der Landesregierung, dass sie das Grundproblem in den Alten- und Pflegeheimen, nämlich den Mangel an Schutzausrüstung, schnellstens behebt. Das muss im Sinne der Bewohner und der Beschäftigten in den Heimen Bestandteil der Lockerung des Besuchsverbotes sein“, so Frank-Tilo Becher

 

 

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